La Boquita – Rettung für die Schildkröten

22. Februar 2012 at 18:04 Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem unsere Gruppe schon einmal den Strand von La Boquita als Badestrand genießen durfte, machten wir uns ein zweites Mal auf den Weg dorthin – diesmal, um auch etwas Sinnvolles zu tun.


Zur Abwechslung fahren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln, also mit den ehemaligen amerikanischen Schulbussen, von San Marcos nach La Boquita, unser Gepäck für die zwei Tage Aufenthalt fährt bequem und sicher in einem unserer Microbusse dorthin. Unser Domizil für eine Nacht ist die Villa Blanca – direkt am Meer gelegen mit unbezahlbarer Aussicht und Geräuschkulisse. Nach einer turbulenten Bettenaufteilung – in einem Doppelbett können gern auch mal 3 bis 4 Leute schlafen – marschieren wir entschlossen zum Strand, wo Marcos Tulio Navarro, der Projektverantwortliche von APRODIM, mit den anderen Mitarbeitern, diversen Schaufeln, Säcken und Holzstämmen auf uns wartet.


Ziel unseres kleinen Ausflugs war es nämlich, uns aktiv am Schildkrötenprojekt von APRODIM und der Jenaplanschule zu beteiligen, auf dessen Plan der Bau einer Schildkrötenbrutstation stand. Glücklicherweise hatten die Nicas das Gelände schon abgesteckt und die Stellen markiert, an denen die Löcher für die Pfosten ausgehoben werden sollen. Gewohnt zügig und geordnet teilen wir uns unter Teresas Anleitung in 3er Gruppen auf, Deutsche und Nicas immer schön gemischt, damit bei der Arbeit auch noch die letzten Verständigungsbarrieren fallen.

Und dann geht es los: Die Projektmitarbeiter zeigen einigen Gruppen, wie und wo die Löcher ausgehoben werden sollen, andere Gruppen gehen auf die Suche nach Steinen zur Stabilisierung der Pfosten und die übrigen schaufeln Sand in Säcke, die später als Schutzwall dienen werden. Wir geben alle unser Bestes, einige geraten sogar ins Schwitzen, das Gelächter und die Zurufe sind bestimmt weithin hörbar und endlich sind alle Pfosten sicher im Sand verankert. Ein Riesenspaß, der auch noch seinen Nutzen hat.

Da es hier schon gegen 6 so richtig dunkel wird, ist bald Feierabend und wir machen uns auf den Weg zum Abendessen. Schließlich wartet das größte Abenteuer noch auf uns – wir gehen gemeinsam mit den Projektmitarbeitern auf eine Schildkröten-N(W)acht-Wanderung am Strand entlang. Diesmal teilen wir uns in drei Gruppen auf und laufen im Abstand von 100 Metern am vom Mond hell erleuchteten Strand entlang. Erwartungsvoll folgen wir unseren Führern und suchen gespannt das Wasser und den Sand nach Schildkrötenspuren ab. Doch bis auf ein paar typische Schleifspuren sehen wir lange Zeit nichts. Plötzlich nehmen wir Blinkzeichen von der Gruppe vor uns wahr, eilig stürzen wir auf sie zu. Ehrfürchtig und leise stehen wir um eine Schildkröte herum, die gemächlich ihr Loch zubuddelt und dann wieder im Wasser verschwindet. Leider waren in diesem Fall die Eierdiebe schneller und hatten das kostbare Gut bereits entwendet, wie uns die Projektmitarbeiter mitteilen. Das Schildkrötenschutzprojekt steckt hier noch in den Babyschuhen, es ist noch viel Geduld, Ausdauer und Aufklärung nötig, um das Anliegen an die Frau oder den Mann zu bringen. Aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt…

Apropos Schritt – 10 km legen wir an diesem Abend in einer faszinierenden Umgebung und mit mittlerweile guten Freunden zurück, um dann gegen 1 Uhr nachts ziemlich müde in die Betten bzw. Hängematten zu fallen. Eine Nacht am Pazifik auf einem Balkon in einer Hängematte, umgeben von Moskitos und Meeresrauschen – einfach unbezahlbar!!!

Am nächsten Morgen kehren wir nach einem leckeren Frühstück wieder an den Strand zurück, um die Arbeit an der Brutstation zu vollenden. Schließlich fehlen noch Einzäunung und ein Sonnenschutzdach. Da es heute wieder ziemlich heiß ist, fangen die ersten auch bald an zu schwitzen, die Nicas beweisen hier mehr Ausdauer als wir. Unterbrochen von ein oder zwei Badepausen ist die Arbeit noch vor dem Mittagessen beendet und stolz werden Fotos von der fertigen Station gemacht. Mit einem guten Gefühl verabschieden wir uns von den Projektmitarbeitern, um nach diesen aufregenden zwei Tagen wieder nach San Marcos zurückzukehren.

Solvejg Spirling (Weltladen Jena)

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Abenteuer im Land der Sandinisten und Kaffeepflanzen Kurzer Bericht über unsere Reise nach Lugoj

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