Meine Patenschwester Kenia
Vor etwa 7 Jahren bekam ich zum ersten Mal Post aus Nicaragua und zwar von meinem jetzigen Patenkind. Sie heißt Kenia Baltodano (Foto links) und wohnt in “Dulce Nombre”, einem Dorf in der Nähe von San Marcos. Bis letzten Dezember ging sie an unsere Partnerschule Corazón de Jesús (“Herz Jesus”), wo sie ihren Schulabschluss erfolgreich absolvierte. Sie ist 19 Jahre alt und wohnt zusammen mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und drei Geschwistern.
Von Anfang an beschrieb sie ihr nicaraguanisches Leben sehr ausführlich. Zu essen gibt es beispielsweise oft Maisfladen, Bohnen und eine Art Weichkäse. Ihre Familie ist sehr gläubig, Feiertage sind wichtig und werden immer im Kreis ihrer Familie gefeiert. Sie liebt Pferde, spielt gerne Fußball und Volleyball. Auch die Schule machte ihr Spaß, sie gab sich immer große Mühe, vor allem, wie sie betonte, damit wir Pateneltern stolz auf sie sind. Jetzt möchte sie Krankenschwester werden, durch eine berufliche Ausbildung ist ihre Zukunft dann schon etwas abgesichert. Natürlich gibt es auch Probleme mit der Wasserversorgung im Dorf und einige Eltern können das Schulgeld nicht bezahlen.
Da ich Kenia schon bald in mein Herz geschlossen hatte, entschied ich mich nach etwa anderthalb Jahren dazu, ihre Schuldgeld durch eine Patenschaft zu übernehmen. Durch etwa 150 € jährlich werden Schulgebühren, -Bücher und Uniformen bezahlt.
Im Sommer 2007 traf ich Kenia dann zum ersten Mal. Wir waren beiden unbeschreiblich aufgeregt, aber verstanden uns trotz Sprachbarrieren sofort. Ihre Familie war sehr liebenswürdig zu mir und obwohl sie in armen Verhältnissen leben, luden sie mich immer zum Essen ein und machten mir kleine Geschenke. Die Reise war eine tolle Erfahrung und die Liebenswürdigkeit der Nicaraguaner wird uns immer in Erinnerung bleiben!
Im Frühjahr 2006 kam Kenia und ihre Klasse nach Jena. Sie war beeindruckt von den vielen großen Gebäuden, der Modernität, dem Leipziger Zoo und sah auch zum ersten Mal Schnee.
Der Abschied fiel allen bei beiden Besuchen sehr schwer. Ich möchte so bald wie möglich wieder nach Nicaragua, denn es ist ein wunderschönes Land!
Alles in allem ist diese Patenschaft eine große Bereicherung für mich, durch meine Freundin Kenia konnte ich einen ganz anderen Teil der Welt kennen lernen.
Claudia Günther (19) aus Jena
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