Rumänienreise und Sprachverwirrungen
„AUTSCH, der Kaffee ist ja heiß!!!“, hörte ich es rufen, als vermeintlich kalter Kaffee zu schnell durch den Strohhalm geschlürft wurde. „Ich dachte, „Café Calda“ wäre kalter Kaffee…“ – Das war unsere erste Begegnung mit dem Falsch-Verstehen der rumänischen Sprache. Da diese den romanischen Sprachen sehr ähnlich ist, kann man sich einige Begriffe ableiten, doch wie wir feststellen mussten, kann man sich auch eine ganze Menge falsch ableiten.
Eine verbrannte Zunge und 9 Kaffee für die gesamte Truppe später, fanden wir uns auf dem Lugojer Markt wieder, auf dem wir von einer großen Auswahl an frischem Obst und Gemüse empfangen wurden. Meine Schwester und ich konnten es uns nicht nehmen lassen, uns um ein paar Pfirsiche zu bereichern: „Ähhhm, wir hätten gerne…ähm…vrea 4…“ Die Verkäuferin schaute uns verwirrt an und fragte: „4 Kilo???“ „Ähh, nein, nu nu…, nur 4…“ und schließlich schafften wir es, uns mit Händen und Füßen vor einer Flut von vier Kilo Pfirsichen zu retten.
Nach dem Obstfrühstück ging es weiter im Programm: Besichtigung des Jugendwohnheimes „Casa Clementina“, Besuch eines Klosters, Pflücken von Äpfeln und Pflaumen in einem rumänischen Dorf und letztendlich das Einkehren in eine Lugojer Gaststätte.
Auch hier sollte sich das Bestellen und erst recht das Entgegennehmen des Essens weitaus schwieriger gestalten, als zunächst angenommen. Mit den rumänischen Namen der Speisen konnten wir nur wenig anfangen, doch zum Glück halfen uns unsere Infoscouts aus Lugoj weiter. Natürlich wollte ich etwas „typisch rumänisches“ bestellen und ließ mir eine Bohnensuppe empfehlen. Auf die Frage „Was hast du eigentlich bestellt?“, antwortete ich mit „Ich weiß es auch nicht so genau…irgendwas mit Bohnen…“
Eine allgemeine Verwirrung bestand, als schließlich das Essen geliefert wurde: Keiner wusste mehr so genau, wie der Name der von ihm bestellten Speise war, einige fanden heraus, dass sie die falsche Speise entgegengenommen hatten, nachdem sie diese schon fast aufgegessen hatten. Nur ich konnte mir hundert- prozentig sicher sein, dass der Teller voller Bohnen garantiert zu keinem anderen gehörte, als zu mir. Ich hatte vorher noch nie so viele Bohnen auf einmal gesehen und brachte es auch fertig, den gesamten Teller zu verschlingen. Schlecht hat es nicht geschmeckt, nur kann ich wahrscheinlich für die nächsten Wochen erst mal keine Bohnen mehr sehen.
Da am Tag darauf schon unsere Abreise auf dem Plan stand, kauften wir uns am nächsten Morgen beim Bäcker noch rumänische Leckereien und tranken einen Kaffee, doch diesmal ohne verbrannte Zungen.
In Vorfreude auf mein Frühstück bestellte ich mir beim Bäcker „ein Gugosi“ und genoss wartend das Lugojer Morgengetummel. Als alle fertig bestellt hatten, machten wir uns zufrieden auf den Weg zum Hotel und traten voller neuer Impressionen, rumänischer Pflaumen und einem Kilo Gugosi die Heimreise an.
Dorina (20), Studentin
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Gert Richter | 6. Oktober 2009 um 20:13
Neue Initiven bereichern die Städtepartnerschaft Jena – Lugoj
Eure Internetseite Meine Parterstadt- Ab gehts bietet den Jugendlichen aus unseren Städten die Möglichkeit schneller in Kontakt zu kommen und Informationen aus erster Hand zu erhalten.
Seit einigen Jahren ist der Jugendaustausch zwischen unseren Städten eine Einbahnstraße – von Lugoj nach Jena – geworden. Da war es sehr gut, dass Ihr im August die Reise mit den Jugendlichen aus Jena nach Lugoj organisiert habt. Schade, dass unsere Stadtverwaltung wegen finanzieller Beschränkungen und leider auch Trägheit diese nicht entsprechend unterstützt hat. Jena hat aber in Lugoj viele Freunde, so dass es Euch an Kontakten bei uns sicher nicht gemangelt hat. Mir persönlich, waren die Gespräche mit den netten, aufgeschlossenen und gebildeten Jungendlichen Eurer Gruppe ein wahres Vergnügen. Wir konnten uns über viele Themen unterhalten und zu manchen gemeinsamen Schlußfolgerungen kommen. Möchte ihnen auf diesem Weg viele liebe Grüße übermitteln und viel Erfolg für die Zukunft wünschen.
Danke für alles, was Ihr im Sinne unserer Partnerschaft unternimmt und hoffe Euch, so weit das mir möglich ist, unterstützen zu können.
Gert Richter
Lugoj – Rumänien